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DDR Simsons mit 50ccm

Die SR1 wurde als erstes Kleinkraftrad (Moped) ab 1955 vom VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson in Suhl (Thüringen) gebaut. 1957 endete die Produktion des Mopeds und es wurde vom SR2 abgelöst. Ab 1964 baute Simson nur noch die Kleinkrafträder/Mopeds der Vogelserie und die Produktion der SR2 wurde vollends eingestellt. Durch die großen 26" Räder, die es wahlweise mit Stahl- oder Aluminiumfelge gab, wirkte das Moped sehr fahrradmäßig und konnte durch die Pedale auch als selbiges benutzt werden. Mit dem Tankinhalt von ca. 4,5 Litern hatte man ein Reichweite von ca. 250 Kilometern.

Das Fahrzeug hatte einen 47,6 cm³ Einzylinder-Zweitaktmotor mit 1,5 PS und 2-Kanal-Umkehrspülung sowie direkt angebautem 2-Gang-Getriebe, so wie es auch heute noch bei Fahrzeugen dieser Klasse üblich ist. Zschopauer Zweitakt-Spezialisten entwickelten den Motor und er wurde damals nicht direkt von Simson gefertigt, sondern von dem VEB Büromaschinenwerk Rheinmetall in Sömmerda. Daher stammt auch das SR (S für Suhl und R für Rheinmetall). Angelassen wurde das Fahrzeug durch einem Pedalstarter, wie es auch beim SR2 noch üblich war, außerdem konnte man mit Hilfe der Pedale das Fahrzeug auch am Berg durch "trampeln" mit den Pedalen unterstützen.

Die elektrische Anlage bestand aus einem Schwunglichtmagnetzünder 6 V, einem Scheinwerfer 6 V 15/15 W und einem Rücklicht 3 W.


Das SR2 („SR“ bedeutet „Simson-Rheinmetall“) ist das Nachfolgemodell des ersten von Simson gefertigten Kleinkraftrades SR1 in Suhl (Thüringen). Es ist ebenfalls - wie sein Vorgänger - ein Moped, das heißt, der Motor wird durch das Treten der Pedale angeworfen. Mit einer Stückzahl von 390.000 wurde das SR2 von 1957 bis 1959 produziert. Bei eingelegtem 2. Gang und gezogener Kupplung kann man zudem auch „Fahrradfahren“. Der Vergaser besitzt einen „Tupfer“ zum Niederdrücken des Schwimmers, welcher beim Kaltstart so lange gedrückt werden musste, bis Kraftstoff aus dem Vergasergehäuse lief.

Das SR 2E ist eine Weiterentwicklung des SR2 und wurde aufgrund des Drängens einiger Importeure nach Leistungs- und Fahrwerksverbesserungen entwickelt. In der Entwicklung stand das „E“ für Export, und da aufgrund intensiver Bemühungen der Suhler Betriebsleitung die Mopedweiterentwicklung von der Berliner Parteispitze zum Allgemeingut erklärt wurde, konnte es auch in der DDR verkauft werden. Große Neuerungen waren die geschlossene, um das Schutzblech herumlaufende Kurzschwinge am Vorderrad und die 0,3 PS Leistungssteigerung sowie die Federung des Sitzes. Es wurde von 1960 bis 1964 in einer Stückzahl von 516.000 Exemplaren hergestellt. Das SR 2E besitzt einen Einzylinder-Zweitaktmotor mit Flachkolben, einen Schwunglichtmagnetzünder mit 15/18 W, wobei die Lichtspule eine Spannung von 6 V und eine Leistung von 18 W besitzt und einen Bilux-Scheinwerfer mit jeweils 15 Watt (15/15 W) und 6 Volt.


Der „Spatz“ war als Nachfolgemodell des Mopeds SR2E das kleinste Kleinkraftrad aus der sogenannten „Vogelserie“ des früheren Thüringer Zweiradherstellers VEB Simson aus Suhl.

Die Typbezeichnung des Einsitzers lautete „SR 4-1“ mit zusätzlichen Buchstaben zur weiteren Unterscheidung. Es gab ihn in drei verschiedenen Versionen:. Eine als Moped mit Tretkurbel und Pedalen (Typ „P“ für „Pedale“) sowie zwei als Mokick mit Kickstarter (Typ „K“ für „Kickstarter“ bzw. „SK“ für „Simsonmotor + Kickstarter“). Der Spatz wurde im Zeitraum von 1964 bis 1971 (dem Fertigungsbeginn des Simson-Mofas SL1) in einer Gesamtzahl von 152.000 Stück produziert. Er besaß einen fahrtwindgekühlten 50-cm³-Zweitaktmotor (letzte Bezeichnung M52) mit Graugusszylinder und erreichte mit seinem handgeschalteten Zweiganggetriebe eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h. Viele Bauteile, Baugruppen und Ersatzteile des „Spatz“ entstammten einem Baukastensystem und wurden gleichermaßen auch in den anderen Fahrzeugen der „Vogelserie“ verbaut.

Die recht einfache Fahrzeugelektrik war auf 6 Volt ausgelegt. Die Farbgebung des „Spatz“ entsprach weitgehend der des „Star“ (weinrot/grau-grün, in etwa RAL 3003 u. 6019). Er wurde im ersten Produktionsjahr in geringer Stückzahl auch in braun (maron) oder blau lackiert. Der Ladenpreis (EVP) für den Spatz betrug in der DDR stets 1050,- Mark. Der „Spatz“ wurde aber auch vom Versandhaus Neckermann nach Westdeutschland importiert und dort zum Neupreis von 598,- DM verkauft. Diese Fahrzeuge besaßen dann aufgrund der westdeutschen Vorschriften (StVZO) für geschwindigkeitsbegrenzte Kleinkrafträder weder Batterie noch Hupe, sondern eine Fahrradklingel sowie 15 Watt Dauerabblendlicht und eine geänderte Rücklichteinheit. Außerdem waren sie auf


Simson Star ist die Bezeichnung für ein zweisitziges Kleinkraftrad aus der sogenannten Vogelserie des früheren thüringer Fahrzeugherstellers VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Simson Suhl. Das Modell trug die Typbezeichnung „SR4-2“ (1964–1968) bzw. später „SR4-2/1“ (1968–1975).

Simson Star, frühe Ausführung (restauriert)

Der Star war zusammen mit dem parallel gebauten SR4-1 "Spatz" Nachfolgemodell des SR2E und wurde, zusammen mit dem später ebenfalls parallel gebauten SR4-4 "Habicht", ab 1975 vom S50 abgelöst.

Die Produktion des Simson "Star" begann fast zeitgleich mit dem Roller Schwalbe im Herbst 1964. Bis zum Serienauslauf im Jahre 1975 wurden 505.800 Stück verkauft. Viele Teile des Stares stammten aus einem „Baukastensystem“, welche so gleichermaßen auch bei den weiteren Kleinkrafträdern der Vogelserie verwendet wurden, wie beispielsweise der 3,4 PS starke, gebläsegekühlte 50 cm³-Zweitaktmotor, Sitzbank, Räder, Lenker mit Anbauteilen, die damals üblichen Lenkerendenblinker, Scheinwerfer, Kettentrieb und -Kasten oder z. B. die gesamte Elektrik.

Der Motor besaß ein fußgeschaltetes Dreiganggetriebe und wurde mittels Kickstarter gestartet. War die ursprüngliche Typbezeichnung noch „M 53 KF“, so wurde die Weiterentwicklung 1968 „M 53/1 KF“ genannt. Diese brachte eine knapp 7%ige Senkung des Benzinverbrauchs und eine angenehmere Leistungscharakteristik mit sich. Die Höchstgeschwindigkeit des Stares betrug etwa 60 km/h. Lackiert wurde er während des gesamten Produktionszeitraumes stets, ebenso wie der Spatz, in weinrot (Farbton etwa RAL 3005) mit hellgrau-grünen seitlichen Verkleidungsteilen, Tank, Rücklichthalter und Lenkerschale (Farbton etwa RAL 6019). Eine Farbvariante war in einem braun-rot lackiert (Farbbezeichnung "Maron"). Der Ladenpreis (EVP) des Simson-"Star" lag in der DDR bei 1200,- Mark.


Der Sperber (Typbezeichnung SR4-3) war ein zweisitziges Leichtkraftrad aus dem ehemaligen VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Simson Suhl, das zugleich das leistungsstärkste Modell der sogenannten Vogelserie darstellte.

Dieses Fahrzeug wurde von 1966 bis 1972 mit einer Stückzahl von ca. 80.000 produziert und besaß einen fahrtwindgekühlten 50-cm³-Zweitaktmotor, welcher eine Leistung von 4,6 PS entwickelte. Wegen dieses hochdrehenden Motors mit geänderten Steuerzeiten, einer entsprechend darauf abgestimmten, sehr großzügig dimensionierten Ansauganlage mit Trockenluftfilter (diese nahm den Platz unter dem Tank und der Sitzbank komplett ein) und einem fußgeschalteten Vierganggetriebe erreichte der Sperber auf ebener Fahrbahn eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 75 km/h. Deshalb wurde der Sperber trotz eines Hubraumes von nur 50 cm³ als zulassungs-/kennzeichenpflichtiges Leichtkraftrad eingestuft und durfte sowohl früher in der DDR als auch heute noch in Deutschland nur mit einem Motorradführerschein (Fahrzeugklasse A oder A1) gefahren werden. Der Sperber entsprach vom Grundaufbau des Fahrwerks her weitgehend dem des Kleinkraftrades Star, besaß aber einen etwas größeren 9,5-Liter-Tank (der später auch an den kleinen MZ ETS-Modellen zu finden war) und eine verstärkende Rahmenstrebe unterhalb dieses Tanks.

Vom Sperber erhoffte man sich vor allem Exporterfolg, der jedoch nicht eintreten wollte. Dieses skurrile Foto von 1972 zeigt einen Sperber im Irak

Außerdem wurden hier zur Steigerung des Fahrkomforts vorn wie hinten hydraulische Stoßdämpfer im Vollschwingen-Fahrwerk und eine etwas verlängerte Sitzbank (60 cm) verbaut. Die Soziusfußrasten waren starr an seitlichen Rahmenauslegern befestigt. Die Fahrzeugelektrik war auf 6 Volt ausgelegt, die Scheinwerferleistung gegenüber der des „Star“ aber auf 25/25 Watt erhöht.

Der Sperber wurde stets in den Farben olympiablau und alabaster(-weiß) lackiert. Der Neupreis (EVP) des Sperbers betrug in der DDR stets 1.550,- Mark. Seine Produktion endete im Jahre 1972, da die Nachfrage im Export und selbst in der DDR hinter den Erwartungen zurückblieb und um die Produktionskapazitäten für sein Nachfolgemodell, das Kleinkraftrad SR4-4 Habicht, freizumachen. Erst in den 80er Jahren wurden bei Simson wieder Leichkrafträder hergestellt: Das S70 und der SR80 mit 70 cm3.


Der „Habicht" (Typbezeichnung „SR4-4“) ist ein zweisitziges Kleinkraftrad aus dem ehemaligen VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Simson“ Suhl in Thüringen. Es war das letzte Modell aus der sogenannten Vogelserie.

Die Herstellung erfolgte ab 1972 auf den Produktionsbändern seines Vorgängers, dem Sperber „SR4-3“. Bis zum Serienauslauf im Jahre 1975 wurden ca. 77.200 Stück produziert. Viele Bauteile, Baugruppen und Ersatzteile stammten aus dem „Baukastensystem“ der Vogelserie, welche gleichermaßen auch an weiteren Suhler Kleinkrafträdern zum Einsatz kamen, wie zum Beispiel der 3,4 PS starke Zweitaktmotor, die Sitzbank, der Lenker, die gesamte Fahrzeugelektrik und anderes mehr.

Der gebläsegekühlte 50 cm³-Motor (Typbezeichnung „M 54/11 KFL“) hatte einen Kickstarter und besaß ein fußgeschaltetes Vierganggetriebe, welches er mit von seinem Vorgänger, dem „Sperber“ übernommen hatte. Vom Sperber wurde auch das komplette Fahrwerk, der 9,5 Liter-Tank, die hydraulischen Stoßdämpfer, die außenliegende Zündspule sowie der 25/25W-Scheinwerfer übernommen.

Die Höchstgeschwindigkeit des Habicht betrug etwa 60 km/h, die meisten waren allerdings deutlich schneller.

Lackiert wurde er während des gesamten Produktionszeitraumes stets in olivgrün. Die seitlichen Verkleidungsteile, die Lenkerschale und der Tank waren in einem hellen beige lackiert. Der Neupreis der Habicht lag bei 1430,- Mark.

Die Produktion des „Habichts“ wurde, ebenso wie die des „Star“, im Jahre 1975 zugunsten der Produktionsaufnahme der sportlicheren S50-Modelle eingestellt. Damit entstand zunächst eine Lücke im Angebot. Erst mit dem S51 kamen ab 1980 wieder 4 - Gang - Modelle ins Simson - Programm.


Der KR (Klein-Roller) 50 kann als gestalterisches Vorläufermodell des bei Simson in Suhl (Thüringen) gebauten Kleinkraftrads „Schwalbe“ angesehen werden. In Hinblick auf die technische Ausstattung hat es jedoch mit der ab 1964 gebauten Schwalbe wenig gemein. Die Einführung des KR 50 setzte neue Maßstäbe auf dem Rollermarkt, obgleich es nur wenig internationale Trends bei den 50-cm³-Rollern gab. Beinahe als einzige herausragende Erscheinung war der Kreidler R 50 präsent. Der KR50 wurde in zwei Farben ausgeliefert - kupferbraun/beige und diaphanblau/grau - beides mit einer Art Hammerschlag.

Ab 1960 gab es einige Neuerungen, wobei unter anderen ein Kippständer aus Blechprägeteilen den Rohrständer ablöste. Eine neue Hinterradfederung mit reibungsgedämpften Teleskopfederbeinen, ab der Fahrgestellnummer 82132 mit verlängerten Federweg von 85 mm, kam im Frühjahr auf. Die Vorderradführung vom damals aktuellen SR 2E wurde ebenfalls übernommen. Somit bescherte die neue Gabel- und Schwingenkonstruktion mehr Fahrsicherheit und der um 12 mm verlängerte Federweg mehr Komfort. Das größere Rücklicht, ebenfalls vom SR 2E übernommen, schloss das Änderungspaket im Oktober 1962 ab. 1963 gab es ebenfalls Neuerunen wie z.B. einen Blechprägelenker, der den Rohrlenker ablöste. Weiter erhöhte sich das Fassungsvermögen des Tanks um einen halben Liter und eine Leistungssteigerung des Motors von 0,2 PS war ebenfalls zu verzeichnen.

Der Hersteller des Motors war das Unternehmen VEB Büromaschinenwerk Sömmerda, welche vor dem Zweiten Weltkrieg zum Rheinmetall-Konzern gehörte. Die Seitendeckel des Motors zeigen noch den Schriftzug „Rheinmetall“.


Die Schwalbe vom Typ KR 51 ist der erste Motorroller von Simson, der zur Vogelserie gehört. Dieser Kleinkraftroller wurde erstmals als Zweisitzer entwickelt und von 1964 bis 1986 produziert. Ursprünglich (Lastenheft 1962) war der Typ KR 51 als Kleinkraftrad ohne Geschwindigkeitsbegrenzung konzipiert und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 68 km/h ausgelegt. Damit sollte – dem damaligen Weltstandsvergleich folgend – ein auch im Westen konkurrenzfähiges Kleinkraftrad geschaffen werden. Nach Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien wurde die Geschwindigkeit jedoch 1963 auf 60 km/h begrenzt. Die Drosselung erfolgte über eine Änderung der Übersetzung im dritten Gang. Der Typ KR51 wurde zwar als Kleinroller mit gutem Wetterschutz konzipiert. Anordnung des Triebwerks, Aufbau und Fahreigenschaften zeigen jedoch auf, dass es sich letztlich weniger um einen Roller als vielmehr um ein blechverkleidetes Mokick handelt. Für das Design des KR51 mussten die Konstrukteure zunächst einige Kritik wegstecken. Die Fachpresse kritisierte es als nicht zu Ende gedacht und voller Kompromisse. Vergleicht man mit dem Vorläufer KR50, fällt tatsächlich eine inkonsequente Weiterentwicklung der Gestaltung auf. Der Popularität der Schwalbe tat dies jedoch keinen Abbruch. Nach diversen zum Teil zweifarbig lackierten Prototypen wurde 1963 eine Nullserie gefertigt. Produktionsbeginn der Serie war Januar 1964, wobei die Auslieferung der Fahrzeuge aufgrund von fehlendem Material – insbesondere einem bauartgenehmigten Rückstrahler – mehrmals gestoppt werden musste. Ab April 1964 erfolgte dann eine regelmäßige Auslieferung.

Merkmale: Als Antriebsquelle dient ein robuster, gebläsegekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor mit zunächst 3,4 PS. Das Dreiganggetriebe war handgeschaltet. Ab 1965 war auch ein fußgeschaltetes Getriebe lieferbar. Bei der Konzipierung der Typreihe wurden fortschrittliche Wege beschritten. Neben Vollschwingenfahrwerken mit großen Federwegen und wirksamen Simplexbremsen sind die Räder austauschbar. Ferner wurde großer Wert auf Wartungsfreiheit gelegt. Als Folge konnten alle Schmiernippel entfallen und der Kettentrieb wurde staubdicht mittels Gummischutzschläuchen gekapselt. Außerdem erleichtern Steckachsen die Demontage der Räder, wobei der Hinterradantrieb komplett an der Hinterradschwinge verbleiben kann. Vervollständigt werden konnte dieser Typ – wiederum erstmals bei einer derartigen Fahrzeugklasse – mit Blinklichtern, Stopplicht, Parklicht und einem Gleichstrom-Signalhorn. Die Voraussetzungen dafür wurden durch die während der Fahrt aufladbare Bleibatterie geschaffen. Ein solider Gepäckträger mit verstellbarem Spannband gehörte zur Grundausstattung.


Die S50 ist ein zweisitziges Kleinkraftrad, welches als Nachfolgemodell der Mokicks Star und Habicht zwischen 1975 und 1980 im Thüringer VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Suhl (Markenname: Simson) produziert wurde. Es war wegen seines für damalige Verhältnisse sportlichen Aussehens besonders bei den Jugendlichen in der DDR beliebt und begehrt. Bis auf Details wie das Scheinwerfergehäuse, unterscheidet es sich äußerlich kaum vom Nachfolgemodell S51.

Simson S50B von 1975 mit dem älteren Tank. Originaler Erstlack: saharabraun

Das Kleinkraftrad besitzt eine Weiterentwicklung des in der Schwalbe und dem Star verwendeten 50-cm³-Zweitaktmotors mit der Bezeichnung M53/1 KF (KF= Kickstarter & Fußschaltung). Der im S50 verwendete M53/2 KF unterscheidet sich hauptsächlich durch die Fahrtwindkühlung, die Motoraufhängung und das obere Pleuellager (Wechsel von Gleitlagerung in Bronzebuchse zu Nadellagerung) von der Baureihe M53/1.

Vorzüge dieses Mokicks waren die einfache, sehr anspruchslose Technik sowie das hervorragende Fahrwerk, welches praktisch unverändert in den Nachfolgemodellen bis 2002 weiterproduziert wurde. Hierfür spricht auch die für ein Kleinkraftrad große Reichweite von über 300 km, die auch zu zweit zurückgelegt werden können. Durch diverse Anbauteile wie etwa einer Knieschutzdecke, Beinschild und Kofferträger (zur Montage der auch bei MZ verwendeten 26-Liter-Pneumant-Koffer) konnte man den Gebrauchswert des Mokicks noch individuell steigern.

Ein S50-Motor; er unterscheidet sich durch die stärkere Verrippung des oberen Zylinderkopfdeckels von seinem Nachfolger, dem S51-Motor Simson S50 Tankform ab 1978

Generell unterschied man zwischen den Modellen S50 N, S50 B, S50 B1 und S50 B2. Das S50 N wurde ausschließlich in Blau angeboten und hatte eine schlichtere elektrische Anlage (keine Blinker, kein Zündschloss, nur innenliegende Zündspule) und die Soziusfußrasten wurden direkt an der Schwinge befestigt. Somit war die S50N etwas leichter. Die S50B besaß u. a. ein Zündschloss, sowie eine 4-Leuchten-Blinkanlage. Die S50 B1 hatte, neben den Einrichtungen vom S50 B, bereits ein Standlicht, eine Lichthupe, 25W/25W-Fahrlicht und eine außenliegende Zündspule. Die S50 B2 schließlich besaß eine elektronische Zündung, vier Blinker, einen 6V-35/35-Watt-Scheinwerfer. Ab 1978 bekamen alle S50 einen flacheren Tank. Aufbauend auf die Serie S50 gab es Ende der 1970er Jahre auch Versuche mit 100 cm³ und zwei Zylindern. Da aber bereits MZ Motorräder baute, wurden diese Entwicklungen nie in Serie gebaut.

Erstmals bei Kleinkrafträdern kam in der S50-Baureihe (beim S50B2) auch eine kontaklose Zündanlage zum Einsatz. Die elektronische Zündanlage – auch SLEZ (Schwunglichtelektronikzündung) oder HKZ (Hochspannungskondensatorzündung) genannt – stellt für damalige DDR-Verhältnisse eine Besonderheit dar. Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem VEB Fahrzeugelektrik Karl-Marx-Stadt sowie dem VEB Keramische Werke Hermsdorf und VEB Fahrzeugelektrik Ruhla wurde erstmals eine vollelektronische und damit wartungfreie Zündung für Kleinkrafträder eingesetzt. Durch das Funktionsprinzip mit Speicherkondensator und Hall-Schaltkreis erfolgt der Zündspannungsaufbau in 1/10 der Zeit welche bei unterbrechergesteuerten Anlagen benötigt wird, außerdem steigt die Zündspannung auf bis zu 30 kV an. Diese Zündanlage bedarf keinerlei Aufmerksamkeit. Die einmal vorgenommene Zündeinstellung bleibt über die gesamte Lebensdauer des Motors erhalten, es werden Kerzenlaufleistungen bis zu 25.000 km erreicht. Witterungseinflüsse wie Regen, Nebel und Kälte haben keinen Einfluss mehr auf die Zünd- und Funktionssicherheit der Anlage bzw. des Kleinkraftrades, wie es oft bei den unterbrechergesteuerten Anlagen der Fall ist. Der Schwunglichtprimärzünder mit innenliegender Zündspule und Hochspannungsdurchführung ist hier besonders betroffen.

Nachteile der S50 waren die in der DDR allgemein vorhandenen Qualitätsprobleme der verwendeten Materialien; verschleißstarke Ketten, Kontaktzündung und minderwertige Motorlager erforderten häufige Wartung. Viele heute noch gefahrene S50 hingegen sind mit modernen Verschleißteilen ausgerüstet und erreichen damit eine höhere Lebensdauer. Durch die große Verbreitung des in vielen Teilen kompatiblen Nachfolgemodells S51 existiert auch heute noch ein großer Markt inklusive Herstellung von Ersatzteilen für die S50.

Die Fahrzeuge wurden von der DDR auch in verschiedene, meist sozialistische oder Entwicklungsländer exportiert.

Insgesamt wurden 562.100 S50 gebaut. Der Einzelhandelsverkaufspreis des Modells S50 B2 betrug 1680 Mark. Alle S50-B-Typen wurden in den Farben rapsgelb, kirschrot, saharabraun oder saftgrün ausgeliefert. Die S50-N-Typen haben blauen Lack.


Das Simson GS50 war ein Geländemotorrad mit 50 cm³ Hubraum mit Straßenzulassung (KTA Typscheine 593 und 877)

Das in der DDR von der Sportabteilung des VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Simson (Suhl) in mehreren Kleinserien und in verschiedenen Ausführungen gebaute Leichtkraftrad war für den Geländesport (Sechstagefahrt etc.) bestimmt und musste deswegen für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sein. Da es nicht alle Straßenverkehrsvorschriften erfüllte wurden diverse Ausnahmegenehmigungen erteilt. Es wurde in der DDR nur an Motorradsportvereine des ADMV oder der Gesellschaft für Sport und Technik verkauft und war das seltenste Leichtkraftrad aus den Simsonwerken. Daher ist es heute kaum mehr zu bekommen. Einige Fahrzeuge gingen auch in den Export.

Außerdem gab es als Schwestermodelle die GS 75 und GS 75-1 mit 75 cm³


Die S51 ist ein zweisitziges Kleinkraftrad, das als Nachfolgemodell des Mokicks S50 zwischen 1980 und 1990 im Thüringer VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Simson (Suhl) produziert wurde.

Die S51 hatte gegenüber ihrem Vorgänger der S50 einen neu entwickelten Zweitaktmotor (M531/541 bzw. M542 bei den S51/1-Modellen), der durch ein geändertes Kolben - Hub - Verhältnis sowie außen liegenden Kurbelwellendichtringen wartungsfreundlicher und noch etwas stärker war. Darüber hinaus wurde dieser Motor nun auch als Viergangmodell angeboten. Die neue Motorengeneration hat gegenüber der Baureihe M52/53/54 außerdem eine Ziehkeilschaltung, die einfacher und preisgünstiger zu fertigen war und durch die mit wenig Aufwand die Anzahl der Gänge variiert werden konnte. Nach der Wende wurde dieser Motor zum Beispiel mit 3, 4 oder 5 Gangstufen produziert.

Kennzeichnend für das Mokick war eine einfache, anspruchslose Technik sowie das Fahrwerk, welches praktisch unverändert in den Nachfolgemodellen bis 2002 weiterproduziert wurde. Die Reichweite betrug über 300 km. Durch diverse Anbauteile, wie etwa einer Knieschutzdecke, Beinschild und Kofferträger (zur Montage der auch bei MZ verwendeten 26-Liter Pneumant-Koffer) konnte man den Gebrauchswert des Mokicks steigern. Fast alle Anbauteile waren kompatibel zum Vorgängermodell; sogar der Motor kann wahlweise zwischen S50, S51 und sogar den Schwalbe-Modellen KR51/2 und dem Roller SR50 getauscht werden.


Der SR50 löste im April 1986 den beliebten, aber konzeptionell veralteten Kleinroller KR51/2 „Schwalbe“ ab. Im Vergleich zur Schwalbe stellte der SR50 einen erheblichen Fortschritt dar: Fahrkomfort und Sitzposition wurden entscheidend verbessert. Rahmen und Gestaltung wurden völlig neu konzipiert, wofür es auf der Leipziger Herbstmesse 1985 auch eine Urkunde für „gelungenes Design“ gab (Formgestalterkollektiv: Clauss Dietel und Lutz Rudolph).[1][2] Als im internationalen Trend zukunftsweisend durfte die gelungene Kombination des Rollerkonzepts mit einer Telegabel gelten. Auch der wahlweise lieferbare Elektrostarter und die in dieser Klasse großen und somit für einen guten Fahrkomfort sorgenden 12-Zoll-Räder fand Beachtung. Die typischen Simson-Attribute wie Langlebigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit blieben beim SR50 erhalten.

Der ausgereifte und durchzugsstarke Motor M541/M531 sowie die Abgasanlage und das Vergasersystem [3] wurden nahezu unverändert vom Simson S51 übernommen. Als Folge davon ist die Einbaulage des Motors im SR50 jedoch eher ungünstig, ein "schiefer" Ölstand und eine höhere Vibrationsentwicklung sind die Folge. Aus der unveränderten Übernahme des S51-Motors resultiert außerdem eine weitere Besonderheit: die per Gestänge nach vorne verlegte Betätigung der Fußschaltung, die dabei um 90° gegenüber einer normalen Motorradschaltung gedreht wurde. Das bedeutet, dass der erste Gang statt wie üblich nach unten beim SR50 nach vorne eingelegt wird, die restlichen Gänge statt durch Anheben des Hebels mit der Fußspitze durch Druck mit der Schuhsohle nach hinten. In der Fachliteratur (KFT) wurde übrigens darauf hingewiesen, dass der 70 cm³-Motor des SR80 die konstruktiv optimierte Variante ist, was sich in höherer Leistung bei weniger Benzinverbrauch im Vergleich zum 50 cm³-Motor bemerkbar macht. Die 50-cm³-Variante war also nicht aus technisch sinnvollen Gründen im Angebot, sondern wegen der Zulassungsbestimmung für Kleinkrafträder (Fahrzeuge bis 50 cm³).

Der SR50 war in einer größeren Anzahl verschiedener Ausstattungen erhältlich [4] und wurde mehrfach weiterentwickelt. Auch über die Wende 1989/1990 hinaus erwies er sich als ein Dauerbrenner und blieb bis ganz zum Schluss im Simson-Programm. Allein bis 1990 wurden über 200.000 SR50 und SR80 produziert. Typisches DDR-Zubehör für den SR50 waren Kniedecke, Kindersitz und Anhängerkupplung. Es wurde sogar ein passender Anhängertyp mit 12"-Rädern entwickelt.[5] Weiteres Zubehör waren Windschutzscheibe, Topcase und Seitenkoffer.

Gegenwärtig sind noch recht viele SR50 im Alltagseinsatz auf ostdeutschen Straßen anzutreffen. Die meisten stammen aus DDR-Produktion, nach der Wende waren die Produktionszahlen viel geringer. Die Ersatzteilversorgung ist weitgehend gesichert: Der SIMSON-Nachfolger MZA Meyer-Zweiradtechnik Ahnatal GmbH produziert seit 2009 in der Niederlassung Suhl den alten 4-Gang-Motor (M541), der beim SIMSON SR50, der S51 sowie der letzten „Schwalbe“-Baureihe Verwendung fand, um den Altbestand an Fahrzeugen zu sichern und zu erhalten. Nahezu alle Ersatzteile sind im deutschlandweiten MZA-Händlernetz (etwa 1500 Händler, Werkstätten, Ladengeschäfte) verfügbar.

 


Der "Piccolo Trumpf" wurde von 1955 bis 1958 mit einer Stückzahl von insgesamt etwa 3000 gebaut, es war motorisiert wie ein Simson SR1, der Motor lag rechts unter dem Sitz und trieb das rechte Hinterrad an. Auch die Vorderradschwinge wurde vom SR1 verwendet, die Haube über dem Vorderrad war die des Rollers Pitty von IWL Berlin. Gebremst wurden beide Hinterräder gleichmäßig durch Ziehen an der Lenksäule. Der Rahmen des "Piccolo Trumpf" bestand aus gefaltetem Blech. Neben dem Betrieb durch den Motor war auch eine Fortbewegung durch Muskelkraft möglich, hierzu musste ein Hebel umgelegt und daraufhin die Lenksäule auf- und abbewegt werden.

Der "Piccolo Trumpf/5" sah seinem Vorgänger äußerlich sehr ähnlich, jedoch wurden einige technische Details verändert: Der Motor war nun stärker und aus dem Simson SR2 entnommen, er saß auf der linken Fahrzeugseite und Trieb dementsprechend das linke Hinterrad an, gebremst wurde nun (physikalisch viel logischer) durch Drücken der Bremssäule. Die Höchstgeschwindigkeit lag etwa bei 30 km/h. Produziert wurde dieses Modell von 1958 bis 1965 mit einer Stückzahl von etwa 4500.

Vom "Piccolo Trumpf/7" wurden von 1966 bis 1975 etwa 2500 Stück gebaut. Die Veränderung gegenüber dem /5 ist die komplett von der Simson Schwalbe übernommene Front, mit der der Einsitzer vom Design auf die Höhe der Zeit gebracht und das Krankenfahrstuhlsortiment von Krause einheitlich auf die Schwalbe-Design-Linie gebracht wurde. Die Produktion des "Krause Piccolo Duo/2", welches das erste Duomodell ist, welches äußerlich wie das bekannte "Duo 4/1" aussieht, begann im gleichen Jahr, das erste Duo hatte noch eine verbreiterte Version der Pittyfront.


Das DUO ist ein dreirädriges motorisiertes Krankenfahrzeug für Personen mit Gehbehinderung.

Begonnen wurde die Produktion von Versehrtenfahrzeugen zum Ende der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts in der 1880 gegründeten „Firma Louis Krause, Leipzig“.

1955 wurde mit dem Krause Piccolo Trumpf der Grundstein für eine ganze Reihe von motorisierten Krankenfahrstühlen gelegt, aus denen unter anderem das „Piccolo Duo 1–4“ hervorging. Fälschlicherweise wird das DUO häufig Simson zugeschrieben, da viele Teile aus dem Baukastensystem der sogenannten Simson-Vogelserie stammten.

In der „Firma Krankenfahrzeugfabrik Krause“ wurden motorisierte Krankenfahrzeuge bis zur Verstaatlichung dieses Teilzweiges im Jahr 1972 weitgehend aus (zum Teil modifizierten) Bauteilen der Schwalbe hergestellt. Von 1972 bis 1981 wurde die Produktion im „VEB Fahrzeugbau und Ausrüstungen Brandis“ fortgeführt. 1981 wurde der „VEB Fahrzeugbau und Ausrüstungen Brandis“ dem „VEB Robur-Werke Zittau“ als „Werk 5“ angegliedert und produzierte fortan bis 1989 die DUO-Fahrzeuge.

1990 wurde das Werk aus dem IFA-Verband in das eigenständige Treuhandunternehmen „Fahrzeugbau und Ausrüstungen Brandis GmbH“ ausgegliedert. Im März 1991 endete mit dem Ablauf der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) des Kraftfahrt-Bundesamtes die Produktion der DUOs in Brandis, zum 31. Dezember 1991 wurde ebenfalls die Ersatzteilproduktion eingestellt.

1992 wurden die Produktionsanlagen durch die Treuhandanstalt an eine Firma in Bohmte bei Osnabrück verkauft. Trotz Ablauf der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) des Kraftfahrt-Bundesamtes im Jahre 1991 wurden die Modelle 4/1 und 4/2 in geringen Stückzahlen zum Stückpreis (Stand: 23.Oktober 2002) ab 5500 Euro weiter produziert.